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Holzschädlinge: Arten, Schadensbilder und Bestimmung

Holzschädlinge Fraßspuren als Schadensbild

Holz ist noch immer einer der wichtigsten Rohstoffe, da wir es für Möbel und als Baumaterial beispielsweise für den Dachstuhl nutzen. Holzschädlinge sind deshalb nicht nur lästig, sondern im schlimmsten Fall sogar gefährlich. So können sie erhebliche Schäden an der Bausubstanz verursachen. Um sie zu wirksam zu bekämpfen, ist ihre Bestimmung notwendig. Dabei kommt es auf die Details an.

Holzschädlinge bestimmen: Fraßspuren geben Aufschluss

Um Holzschädlinge zu bestimmen, ist eine Untersuchung der Fraßspuren bzw. Schadensbilder ratsam. Je nach Verursacher unterscheiden sich diese. Dabei spielt nicht nur die Optik eine Rolle, sondern auch die Akustik. Die Geräusche einiger Schädlinge sind hörbar.

Generelle Beispiele für Schadensbilder sind beispielsweise:

  • kleine Löcher an der Oberseite
  • Risse
  • Nagegeräusche

Diese Arten sind weit verbreitet

  • Hausbockkäfer
  • Brauner Splintholzkäfer
  • gemeiner Nagekäfer bzw. Holzwurm
  • Pilze
  • Feuchtholz-Schädlinge

Die spezifischen Schadensbilder der einzelnen Arten

Hausbockkäfer (Hylotrupes bajulus)

Der Hausbockkäfer ist mit Flügeln ausgestattet, wird 1 bis 2,5 cm lang und ist dunkelbraun gefärbt. Teilweise wirkt sein Erscheinungsbild auch schwärzlich. Er gedeiht bei einer Temperatur von 10 bis zu 35 Grad. Seine Leibspeise sind die Nadelhölzer. Laubhölzer sind hingegen für diese Käfer giftig. Die Holzschädlinge meiden sie deshalb. Weibchen legen verteilt auf bis zu sieben Gehege mehrere Hundert Eier ab. Entsprechend schnell breitet sich der Holzbock aus.

Erkennbar ist er durch Ausfluglöcher an der Holzoberfläche. Überdies verursacht er raspelnde Frassgeräusche. Seine Larven benötigen die Proteine im Holz. Sie befinden sich daher primär im äußeren Splintholz. Sie sehen deshalb oft kleine Aufwölbungen auf der Oberfläche an den entsprechenden Stellen. Darunter befinden sich die Frassgänge der Larven.

Brauner Splintholzkäfer (Lyctus brunneus)

Der Braune Splitholzkäufer trägt seine Färbung bereits im Namen. Er wird durchschnittlich einen halben Zentimeter lang und ist schlank. Diese Käfer sind ebenfalls mit Flügeln ausgestattet. Diese Holzschädlinge befallen mit Vorliebe alle in Europa verbreiteten Laubhölzer und gedeihen bei 30 bis 55 Grad. Ein Weibchen legt bis zu 75 Eier ab. Als Gehege dienen Risse und Spalten. Dabei deponiert das Weibchen maximal fünf Eier pro Ablageort.

Die Holzschädlinge hinterlassen runde Ausflugslöcher. Diese besitzen einen Durchmesser von 0,9 bis etwa 1,7 mm. In den Frassgängen der Larven befindet sich Bohrmehl. Ein starker Befall führt eventuell dazu, dass sich das Holz komplett auflöst. Dieser Holzschädling ist daher gefährlich. Beispielsweise im Dachstuhl ist das Schadenspotenzial enorm groß.

Gemeiner Nagekäfer bzw. Holzwurm (Anobium punctatum)

Der gemeine Nagekäfer erreicht eine Länge von 2,5 bis zu 6 mm. Der Holzwurm ist dunkelbraun, weshalb ihn manche Menschen mit dem Holzbock verwechseln. Der nach oben gewölbte Halsschild des Nagekäfers ist optisch ein ausgezeichnetes Unterscheidungsmerkmal. Zu den Leibspeisen der Tiere gehören alle in Europa verbreiteten Laub- und Nadelhölzer. Das Tier gedeiht zwischen 13 und 25 Grad. Weibchen legen bis zu 30 Eier in verschiedenen Gehegen ab. Wie beim Splintholzkäfer wählen diese Holzschädlinge als Ablageorte mit Vorliebe Spalten und Risse.

Bohrlöcher sind typische Befallsmerkmale. Diese erreichen einen Durchmesser von 0,7 bis zu mehr als 3 cm. Bohrmehl, Nagegeräusche der Larven und Kotüberreste zählen zu den weiteren Bestimmungsmöglichkeiten.

Schadensbild Holzwurm
Solche Bohrlöcher sind das typische Schadensbild bei Holzwürmern

Pilze

Pilze, die als Holzschädlinge auftreten, sind beispielsweise der Echte Hausschwamm, der Weiße Porenschwamm, der Braune Kellerschwamm und die Blättlinge. Insbesondere der erstgenannte Pilz ist als Holzschädling gefährlich. Er befeuchtet Holz eigenständig und legt so die Grundlage für dessen Zersetzung. Ansonsten sind es vor allem Risse, die auf einen Pilzbefall hindeuten. Die Schädlinge gedeihen zwischen 20 und 30 Grad Celsius und lieben Zugluft.

Frischholz-Schädlinge

Weitere Schädlinge breiten sich vor allem in Frischholz aus. Dieses wirkt aufgrund seiner Feuchtigkeit anziehend. Holzameisen (z. B. die Rossameise) und die Holzwespe sind zwei Beispiel. Kennzeichen sind ausufernde Frassgänge. Die Schädlinge leben vorwiegend in Wäldern. Sie befallen teilweise aber auch Konstruktions- und Bauholz.

Bekämpfungsmöglichkeiten

Für die Bekämpfung von Holzschädlingen ist professionelle Unterstützung empfehlenswert. Hier empfehlen sich Schädlingsbekämpfer oder spezialisierte Holzschutzfirmen. Auch ein Holzbauer kann helfen. Die Fachperson erstellt üblicherweise ein Gutachten und empfiehlt entsprechende Bekämpfungsmethoden.

Bei der Bekämpfung von Holzschädlingen kommen entweder chemische oder physische Verfahren zum Einsatz:

  • Chemische Verfahren: Dazu gehört beispielsweise die Anwendung von giftigen Gasen oder Holzschutzmittel. Da diese auch für andere Organismen schädlich sein können, gehören diese unbedingt in die Hände eines Profis.
  • Physische Verfahren: Hier kommen Heißluft oder Mikrowellen zur Anwendung. Da hier keine Insektizide Verwendung finden, sind diese Verfahren wesentlich umweltschonender.