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Brotkäfer bekämpfen: Mittel und Hausmittel im Check von Falle bis Spray

Brotkäfer bekämpfen

Die geringe Größe von 1 bis 3 Millimetern macht den Brotkäfer (lat.: Stegobium Paniceum) nicht minder lästig. So verunreinigt er nicht nur Lebensmittel wie das namensgebende Brot, sondern fällt auch über Lederwaren und Bilder her. Einmal entdeckt, gilt es schnell, entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. So vermehren sich die winzigen Schädlinge rasant. Glücklicherweise gibt es effektive ökologische und chemische Mittel, wie Sie einem Befall bekämpfen können, bevor sich dieser zur Plage entwickelt.

Was sind Brotkäfer und weshalb sind sie ein Problem?

Brotkäfer zählen zu den Hygiene- und Vorratsschädlingen. Der nur etwa drei Millimeter lange Körper weist eine ovale Form auf. Sie besitzen eine rotbraune Färbung und einen Halsschild, der für sie charakteristisch ist. Auch Larven der Tiere können auf einen Befall hindeuten. Letztere sind wurmförmig, weiß-gelblich und weisen eine Länge von bis zu 5 Millimetern auf.

Die Lieblingsspeise der Insekten ist Stärke. Entsprechend befallen die Schädlinge, die früher auch als Bücherwürmer bekannt waren, mit Vorliebe diese Lebensmittel:

  • Schokolade
  • Kaffee
  • Tee
  • Gewürze
  • Trockengebäck
  • Haferflocken
  • Salzteig
  • Trockenes Tierfutter

Ansonsten stehen auch pflanzliche und tierische Produkte sowie Tabak auf ihrem Speiseplan sehr weit oben ebenso wie Leder und auch Leinwände. Brotkäfer können sich außerdem durch Papier und Pappe fressen. Die Insekten vermehren sich in Temperaturen von 15 bis zu 34 Grad stark und legen bis zu 100 Larven. Innerhalb eines Jahres können drei Generationen auf die Welt kommen. Diese Zahlen verdeutlichen, wie schnell die Brotkäfer zur Plage werden und eine Vielzahl von Lebensmitteln unschädlich machen können.

Erste Hilfe bei einem Brotkäferbefall

Gibt es bereits einen Brotkäferbefall, müssen alle betroffenen Lebensmittel aus dem Haus gebracht werden. Theoretisch können Sie beispielsweise Chilipulver behalten, in dem sich nur Larven befinden. Aus Sicherheitsgründen ist dies aber nicht empfehlenswert, da unklar ist, mit welcher Generation Sie es zu tun haben. Der befallende Ort ist anschließend gut zu reinigen. Beginnen Sie mit dem Staubsauger und bringen Sie den Beutel anschließend ebenfalls nach draußen. Anschließend sollten Sie die Regale mit Essigwasser abwischen.

Ökologische Mittel gegen Brotkäfer

Leider bedeutet der Befall, dass davon auszugehen ist, dass sich die Käfer bei Ihnen angesiedelt haben. Glücklicherweise existieren ökologische Mittel, um Ihnen zu Leibe zu rücken. Sogenannte Nützlinge sind dabei besonders gut geeignet. Ein Beispiel ist die Lagererzwespe. Es handelt sich um natürliche Feinde der Käfer, die sie sich ausschließlich von diesen und ihren Larven ernähren.

Vorteile dieser Lösungen

  • Die Nützlinge suchen selbst nach den Schädlingen und bekämpfen diese.
  • Sie sind für Mensch und Tier unbedenklich.
  • Die Anwendung ist einfach: Sie öffnen lediglich das Röhrchen mit den Tieren.
  • Sind alle Brotkäfer beseitigt, sterben die Wespen von allein.
  • Es existieren unterschiedliche Arten, die mit höheren und niedrigeren Temperaturen umgehen können. Die Nützlinge helfen also ganzjährig.

Nachteile von Lagererzwespen und Co.

  • Der Erfolg stellt sich nicht sofort ein, sondern benötigt eine gewisse Zeit.
  • Sind auch andere Schädlinge vorhanden, werden diese eventuell nicht attackiert. Eine zusätzliche Lösung ist dann nötig.
  • Es ist nicht für alle Personen ein angenehmes Gefühl, mehrere Dutzend Insekten bewusst in der eigenen Wohnung freizusetzen. Sie möchten sie beispielsweise vielleicht nicht im Schlafzimmer bzw. im Bett haben.
  • Bei einem zu starken Befall reichen die Nützlinge eventuell nicht aus.

Exkurs: Durch Hausmittel wie Teebaumöl Brotkäfer bekämpfen

Einige ökologische Mittel, um Brotkäfer zu bekämpfen, haben Sie möglicherweise bereits im Bade- oder im Schlafzimmer. Teebaumöl oder die entsprechende Flüssigkeit vom Niembaum helfen beispielsweise als Hausmittel auch gegen den Schädling. Ratsam ist der Einsatz vor allem bei einem geringen Befall. Rechnen Sie damit, dass Sie sich nicht nur auf Hausmittel verlassen können.

Chemische Mittel gegen Brotkäfer

Chemische Mittel sind strenggenommen auch ökologisch. Kieselgur (Kieselerde) oder fossiles Plankton kommen zum Einsatz. Allerdings werden diese als Spray oder als spezielle Flüssigkeit zur Verfügung gestellt. Hierfür sind chemische Prozesse notwendig. Bei einem geringen Befall spricht aber nichts dagegen, dass Sie beispielsweise Kieselerde in der Vorratskammer ausstreuen.

Vorteile chemischer Lösungen z.B. in Spray-Form

  • Unbedenklich für Mensch und Tier
  • Effektiv auch gegen einen starken Befall
  • Hilft gegen Käfer und Larven gleichermaßen
  • Einfache Anwendung: Nutzung wie jedes andere Spray auch
  • Hilft auch gegen andere Schädlinge
  • Auch im Schlafzimmer einsetzbar

Nachteile dieser Mittel

  • Es entsteht Abfall
  • Darf nicht in Kontakt zu Lebensmitteln kommen

Vorbeugende Maßnahmen

Wer unsicher bei einem potenziellen Lebensmittelbefall ist, kann diese über mehrere Stunden in die Tiefkühltruhe (mindestens minus 18 Grad) oder eine Stunde in den Ofen (wenigstens 60 Grad) legen. Dies tötet die Brotkäfer und die Larven. Generell vorbeugend wirken gut verschließbare Plastikbehälter. Achten Sie beim Einkaufen zudem darauf, keine gefährdeten Lebensmittel mit Löchern in der Verpackung zu erwerben.

Klebefallen

Klebefallen, wie es in Drogerie-Filialen wie denen von Rossmann und DM gibt, wirken ebenfalls vorbeugend. Es handelt sich jeweils um eine Pheromonfalle. Duftstoffe locken die Schädlinge an, die festkleben und sterben. Diese Lösung ist nicht effektiv genug, um einen Befall insgesamt zu bekämpfen. Die Falle gibt Ihnen nur den Hinweis, dass Sie tätig werden müssen.